Was tun nach dem Abi?

von Leandra Rudolph

Das ist wohl eine Frage, die sich die meisten SchülerInnen stellen, die bald fertig sind mit der Schule. Schuld daran ist nicht nur die enorme Anzahl an verschiedenen Studiengängen oder Ausbildungsplätzen. Mittlerweile gibt es neben dem akademischen Weg oder einer Ausbildung auch viele andere Wege, um die ersten Jahre nach dem Abitur zu füllen.

Studium/Ausbildung:
Der wohl klassischste Weg ist nach dem Abitur ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen. Mittlerweile gibt es allerdings um die 18.000 Studiengänge und etwa 330 Ausbildungsberufe. Das macht die Wahl natürlich nicht einfach. Außerdem gibt es auch verschiedene Varianten an Studienplätzen. Das Duale Studium zum Beispiel verbindet einen praktischen Teil in einem Unternehmen mit einem theoretischen Teil an einer Hochschule. Genauso gibt es auch eine Duale oder schulische Ausbildung, bei der neben der Ausbildung im Betrieb auch noch die Berufsschule besucht wird.
Eine Alternative zu einem Studium in Deutschland kann ein Studium im Ausland sein. Dazu gibt es verschiedene Angebote. Wenn man sich bei einer Universität im Ausland bewirbt und einen regulären Studienplatz bekommt, kann das sehr teuer sein. Denn in vielen Ländern kostet ein Studium viel mehr als in Deutschland, vor allem für ausländische Studierende. Deswegen ist eine andere Möglichkeit eine kleine Zeit des Studiums im Ausland zu verbringen, das Erasmus-Programm oder andere Stipendien, bei denen verschiedene öffentliche oder private Stellen für die Studiengebühren aufkommen.

Praktikum:
Wer gerne Studieren würde oder eine Ausbildung mache würde, jedoch noch nicht genau weiß was, kann auch erst einmal ein Praktikum machen. Dabei bekommt man ein wenig Berufserfahrung und kann gucken ob der Beruf etwas für einen ist. Natürlich kann man auch verschiedene Praktika machen, um verschiedene Berufsrichtungen gegeneinander abzuwägen. Da Praktika auch im Lebenslauf einen guten Eindruck machen, ist das unter keinen Umständen eine Zeitverschwendung.

Work&Travel:
In den letzten Jahren ist es sehr populär geworden, nach dem Abi erstmal ein Auslandsjahr zu machen. Eine Variante davon ist Work und Travel. Dabei arbeitet man immer mal wieder einige Wochen oder Monate in einem Job, um dann genug Geld zu haben, um weiterzureisen. Die Arbeitsstellen sind meist Bauernhöfe oder auch kleine Hotels, die Hilfe bei einfachen Aufgaben benötigen, wie bei der Gartenarbeit oder Ähnlichem. Meist können die Durchreisenden während ihrer Arbeit vor Ort schlafen und bekommen zum Teil auch Essen. Besonders beliebte Länder sind dabei im Moment Australien und Neuseeland. Dadurch, dass diese Reisemöglichkeit so zugenommen hat, kann es aber schwierig sein, noch Arbeit zu finden, zumal nicht viele Betriebe nur für einige Monate einstellen wollen. Um dennoch eine Arbeit zu finden, gibt es einige Webseiten auf denen man sich anmelden kann. Hier werden dann Reisende an Betriebe vermittelt, die immer wieder mit Work&Travellern zusammenarbeiten.

FSJ/FÖJ:
Das Freiwillige Soziale oder Ökologische Jahr in Deutschland ist ebenfalls eine beliebte Anlaufstelle für AbiturientInnen. Es ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 16 und 26 und dauert in der Regel ein Jahr. Es kann in Deutschland oder Österreich absolviert werden. Freiwillige soziale Jahre werden meist in Kindergärten, Sportvereinen, Seniorenheimen oder Krankenhäusern verbracht, während das ökologische Jahr Einsatzstellen wie Land-, Forstwirtschaft-, oder Gartenbau anbietet oder in Unternehmen im Umweltbereich. Den FSJ-/FÖJlern wird dabei ein Taschengeld gezahlt, durch das Unterkunft und Verpflegung abgedeckt werden.
Freiwilligendienst im Ausland (u.a. IJFD):
Freiwilligendienste im Ausland werden durch viele verschiedene Organisationen durchgeführt. Diese vermitteln die Freiwilligen dann an Partnerbetriebe oder öffentliche Einrichtungen in anderen Ländern. Je nach dem von welchem öffentlichen Amt die jeweilige Organisation bezuschusst wird, heißt das Freiwillige Jahr anders. Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) kann zum Beispiel vom Familienministerium gefördert sein. Verschiedene Organisationen vermitteln in so gut wie alle sicheren Länder, aufgrund des sozialen oder ökologischen Aspekts meist auch hier in Institutionen wie Krankenhäuser oder Umweltprojekte. Es gibt allerdings auch Projekte zur Bildung (z.B. in Schulen) oder technische Projekte. Die Aufenthalte sind meist entweder sechs oder zwölf Monate lang. Eine bekannte Möglichkeit, eine passende Organisation zu finden, ist die Seite www.weltwärts.de, welche viele Projekte auf ihrer Internetseite gesammelt hat und dann an die Organisationen verweist.

Au-Pair:
Bei einem Au-Pair-Aufenthalt, der meistens im Ausland stattfindet, ist man bei einer privaten Familie angestellt, um dort auf die Kinder aufzupassen. Es gibt viele Internetseiten, die einen an verschiedene Familien aus aller Welt vermitteln. Vorteile sind hier, dass man meist vorher mit den Familien Kontakt aufnimmt, um eine gegenseitige Sympathie sicher zu stellen. Auf der anderen Seite ist man von dieser Familie dann auch sehr abhängig, da die Au-Pairs bei den Familien wohnen und die Tage mit den Kindern oft sehr lang sind. Empfehlenswert ist hier natürlich ein guter Umgang mit Kindern, da oftmals Geschwister betreut werden, das heißt auch mehrere Kinder in unterschiedlichem Alter gleichzeitig. Auch hier wird man natürlich bezahlt, allerdings bekommt man auch eher ein Taschengeld, da Verpflegung und Unterkunft ja gestellt werden.

Jobben:
Letztlich gibt es natürlich immer auch die Möglichkeit ein oder mehrere Jahre nach dem Abi einfach zu jobben um zum Beispiel Geld zu sparen, um dann eine Zeit lang in den Urlaub zu fahren. Das bietet sich vor allem an, wenn man noch nicht wirklich weiß, was man später machen möchte, um sich ein bisschen mehr Zeit mit den Entscheidungen zu lassen

Natürlich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten seine Zeit nach dem Abitur zu verbringen, unter anderem auch privat verhandelte Auslandsaufenthalte oder Jobben im Ausland. Der Überblick zeigt aber schon einmal, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt. Aufpassen muss hier, wer noch nicht 18 ist. Viele Organisationen, die ins Ausland schicken, haben Fristen, zu denen die TeilnehmerInnen 18 sein müssen, damit das Visum noch rechtzeitig beantragt werden kann. Auch beim Einschrieben bei einem Studienplatz, beim Mieten einer Wohnung und anderen Verträgen würde andernfalls die Elternunterschrift noch benötigt. Die Bewerbungsfristen sind immer unterschiedlich, für einen Auslandsaufenthalt sollte man sich schon im frühen Winter umgucken, während Universitäten im Sommer die Bewerbungen für das Wintersemester einholen.
Egal wofür man sich am Ende entscheidet, auf jeden Fall erwartet einen viel Neues.

Bilder aus

Umfragen zum Thema „Was kommt nach dem Abitur?“


http://www.abitur-und-dann.org/

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